Sarek Nationalpark

Der Sarek Nationalpark in Nordschweden ist das letzte Wildnisgebiet in Europa, umgeben von mehreren Nationalparks und Naturreservaten.

Key Facts:

  • Nationalpark im nördlichen Lappland Schwedens (2.000 km², ca. 40 km Durchmesser, etwa 100km nördlich des Polarkreises)
  • 2000 Berge über 1800m, 100 Gletscher, 13 höchste Gipfel Schwedens
  • Baumgrenze bei etwa 600-800 m Seehöhe
  • Gletscher reichen bis ca. 1200 m Seehöhe herab
  • Einmalige Fauna und Flora
  • Beste Reisezeit in der warmen Jahreszeit: Mitte Juli bis Ende September
  • Keine Wege, keine Ausschilderung, kaum Hütten, wenig Brücken
  • Wetter eher feucht & kühl
  • Chance auf Nordlichter ab September bis April (bei klarer Sicht)
  • Strenge Naturschutzauflagen

Eine Wanderung durch dieses Gebiet erfordert hinsichtlich An-/Abreise, Routen/Ziele, Ausrüstung und Verpflegung ein gewisses Ausmaß an Planung und ausreichend Flexibilität, falls das Wetter nicht ganz mitspielt.

Jedermannsrecht

Regelt für die Allgemeinheit den Aufenthalt in der schwedischen Natur:

  • Das Jedermannsrecht gibt Ihnen das Recht, sich im Gelände frei zu bewegen und ohne besondere Erlaubnis in Wald und Feld Beeren und Pilze zu sammeln.
  • Das Jedermannsrecht gibt Ihnen Rechte – verlangt aber auch Vertrauen und Verantwortung:
    • Pflanzen: Sie dürfen wilde Beeren, Pilze und Kräuter sammeln, die nicht unter Schutz stehen. Nicht erlaubt ist das Ausreißen der Pflanzen mit Wurzeln, das Abbrechen von Zweigen und Ästen von wachsenden Bäumen und Büschen.
    • Camping: Sie dürfen ohne Erlaubnis des Grundbesitzers für einen Tag Ihr Zelt auf seinem Boden aufstellen, sofern es niemanden stört oder Schäden anrichtet.
    • Grundstücke: Das Jedermannsrecht gilt nicht auf Grundstücken, Äckern, Anpflanzungen oder in Gärten. Wenn Sie Weidezäune passieren – vergessen Sie nicht, hinter sich Gatter immer wieder zu verschließen!
    • Feuer: Benutzen Sie die besonderen Feuerstellen entlang des Wanderweges – sie stellen nur ein geringes Waldbrandrisiko dar. Besteht jedoch ein Feuerverbot, ist jegliches Entfachen von Feuer verboten.
    • Müll: Entsorgen Sie Ihren Müll zu Hause oder in einem der Müllsäcke entlang des Wanderweges.
    • Hunde: Hunde sind immer an der Leine zuführen.
    • Angeln: Vergewissern Sie sich über die jeweiligen Bestimmungen, bevor Sie angeln. Für die meisten Gewässer entlang des Weges ist ein Angelschein oder eine besondere Erlaubnis erforderlich.

Routenplanung

Für die Planung und Durchführung von Wanderungen und Bergtouren sind folgende Karten sehr hilfreich:

  • Fjällkartan BD10, Sareks Nationalpark 1:100.000
  • Calazo Hiking Map Sareks Nationalpark 1:50.000

Als wichtige Einstiegspunkte zu Touren im Nationalpark zählen:

  • Norden: Ritsem (Bus, STF Ritsem Fjällstation, Übersetzen mit der Fähre zur STF Akka Fjällstuga)
  • Nord-Osten: Stora Sjöfallet (Bus, Stora Sjöfallet Mountain Lodge, über einen Wasserfall)
  • Osten: Saltoluokta (Bus, Übersetzen mit der Fähre nach STF Saltoluokta Fjällstation)
  • Süd-Osten: Tjåmotis (Bus)
  • Süden: Kvikkjokk (Bus, STF Kvikkjokk Mountain station)

Die Orientierung in den ausgeprägten Tälern, entlang der Flüsse, ist meist recht einfach, schwieriger wird es bei den Hochebenen bei schlechter Sicht. Hier kann sich ein GPS Gerät als nützlich erweisen.

Folgende Ratgeber haben sich als hilfreich erwiesen:

  • Sarek National Park – Guidebook: Hiking, Running and Mountaineering von Kar-Johan Piehl
  • Outdoor: Schweden: Sarek von Rebecca Drexhage & Benjamin Hell

Ausrüstung

Bei der Planung einer mehrtägigen Tour (ohne Bergtouren mit Klettereien bzw. Gletscherberührung):

  • Trekking Rucksack (ab 80 Litern) mit Regenschutz
  • 2-3 Season Zelt
  • Schlafsack (mindestens -5° C Komfortbereich)
  • Unterlagsmatte
  • Kocher und Brennstoff
  • Outdoorküche: Topf, Pfanne/Teller, Becher, Besteck, Trinkwasserbeutel
  • Bekleidung: Festes, wasserfestes Schuhwerk, warme Funktionsbekleidung, Regenschutz
  • Watstecken/Trekkingstecken
  • Orientierung: Kartenmaterial, Kompaß, ggf. GPS Gerät
  • Stirnlampe, Ersatzbatterien
  • Mückenschutz

Verpflegung

Für längere Touren bieten sich beispielsweise gefriergetrocknete Fertiggerichte (zb. von Trek’n Eat oder Travellunch) an. Ggf. könnte durch Nutzung dieser Fertigbeutel auf die Mitnahme von Kochtöpfen und Tellern verzichtet werden. Trinkwasser ist im Nationalpark ausreichend vorhanden.